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Zero Waste Lifestyle

20. März 2019


In den letzten Wochen habe ich mich intensiv mit dem Thema Zero Waste beschäftigt. Ich habe das Gefühl, dass sich immer mehr Menschen diesem wichtigen Thema widmen und umdenken. Das freut mein Herz und meinen Verstand, denn ich sehe es als unsere Pflicht der Natur- und Tierwelt keinen Schaden zuzufügen. Zwar habe ich von klein auf von meinen Eltern oft etwas gelehrt bekommen, was mir heute auch sehr viel nützt, aber mein Lebensstil hat sich noch nicht optimal angefühlt. Ich habe trotzdem zu viel Müll produziert, oft beim Bäcker oder wenn ich mal mit einer Freundin spazieren war und spontan einen To Go Kaffee mitgenommen habe. Die Frage, wie ich unnötigen Müll vermeiden kann wurde immer größer und ich suche seitdem nach Lösungen die ich in meinen Alltag integrieren kann.


Zero Waste heißt übersetzt null Müll, aber auch null Verschwendung. Gemeint ist, ein Leben zu führen, bei dem kein Abfall produziert und kein Rohstoff vergeudet wird. Alle Rohstoffe, die benutzt und dann nicht mehr gebraucht, sollen wiederverwendet oder neu verwertet werden.

NO PLASTIC, PLEASE!

Früher habe ich mir über den Müll, den ich produziere, überhaupt keine Gedanken gemacht. Heute ist es anders, weil ich merke, wie wichtig und dringend eine Umstellung ist.

Zero Waste ist kein moderner Hippster-Trend oder ein Hippie-Ding. Es ist eine Lebenseinstellung, eine Kultur und unsere Pflicht!

COUCOU


Ich finde, wir Menschen sind das unserem Planeten, auf dem wir leben dürfen, schuldig. Der Natur und der Tierwelt zuliebe! Und wo Mikroplastik überall drin ist, habe ich schon lange keinen Überblick mehr, denn Plastik ist leider fast überall…. Was ja eigentlich auch total erschreckend ist! Nicht nur aus diesem Grund esse ich auch kein Fisch mehr, mich hat in den letzten Jahren die vegane Ernährung total überzeugt, weil ich positive Auswirkungen feststellen konnte. Pflanzliche Nahrung hat nicht nur mein Neurodermitis geheilt, ich fühle mich auch viel stärker und motivierter.

Meine Eltern schenkten damals meinem Bruder und mir ein Illustrationsbuch, in dem spielerisch dargestellt wurde wie die Welt aussehen könnte wenn die Menschen ihren Konsum, den Müll und den Smog nicht im Griff haben würden. Ich erinnere mich an eine Doppelseite des Buches, sie war grau und triste, so, wie unsere Welt irgendwann aussehen könnte wenn wir unsere Einstellung nicht ändern würden. Dieses Bild geht mir bis heute nicht mehr aus dem Kopf, denn ich habe das Gefühl, dass genau dieses Bild immer mehr Realität wird

Wenn ich jetzt so wenig Müll wie möglich produzieren oder umweltbewusst leben möchte, erinnere ich mich gerne an meine Kindheit zurück. Wie hat das damals Mama gemacht? Wie Oma? Wie Ur-Oma? Und genau da finde ich die Antworten.

Eine Zero Waste Grundausstattung muss also nicht teuer sein, wir müssen uns nur umsehen wo wir etwas günstig und hochwertig herbekommen. Wenn man also mal nicht das nötige Kleingeld dafür hat, kann man sich auch damit Zeit lassen, ganz ohne Druck und schlechtem Gewissen. Eigentlich ist es wirklich easy sich umzustellen. Du kannst alles aufbrauchen, was du zu Hause rumliegen hast, bis nichts mehr davon übrig ist. In Plastik verpackte Produkte kaufe ich nur noch selten ein, denn ich habe mir einfach viele Gläser aufgehoben, sauber gemacht und mit Lebensmitteln befüllt. Was ich nachfüllen kann besorge ich nun auf dem Markt oder in der Mehrwegerei, die sich nun zwei Gassen weiter befindet. Genau dort habe ich mir von der lieben Jasmin ein paar Tipps geben lassen. Denn einiges habe ich in meinem Haushalt schon ersetzt, nur fehlten mir noch ein paar Dinge. Ich kaufte ein paar Stoffbeutel zum befüllen, Seifen und umweltfreundliche Verpackungsmateriale.


Jasmin zählte mir Materiale auf, die biologisch abbaubar sind und sich in der Natur von alleine zersetzen. Zwar gehört Holz auch dazu, aber Bäume brauchen im Gegensatz zu Bambus viel mehr Zeit um zu wachsen. Genauso wie für Milch gibt es auch für Verpackungen schon viele Alternativen, auf die wir umsteigen können. Obwohl es mittlerweile einige Möglichkeiten gibt, wehren sich trotzdem viele Menschen gegen eine Umstellung. Warum? Ist es die Faulheit die sich schon zu einem ungesundem Egoismus oder einer Ignoranz entwickelt hat? Haben sie Angst, dass ihr aktuelles Weltbild dadurch kaputt gehen könnte? Oder ist es die generelle Angst vor Veränderungen? (Was der Bauer nicht kennt das frisst er nicht) Und genau in der Zeit, wo Erwachsene auch noch stolz auf ihr Werk und ihre Gewohnheiten sind, kommen plötzlich Kinder aus aller Welt und demonstrieren für eine bessere Klimapolitik und für Naturschutz. Klar, dass da viele Erwachsene das nicht wahrhaben wollen, wie kann man sich denn von einem Kind etwas sagen lassen? Tja, seeeeeehr sehr viel! Denn Kinder denken anders.

Kinder denken nicht egoistisch, denn Egoismus wird ihnen nur von den Erwachsenen beigebracht. Kinder möchten teilen, sie möchten leben, sind neugierig und offen für neues.

COUCOU


Ich finde, wir können uns von den kleinen einiges abschauen! Denn wir Erwachsene denken noch viel zu oft mit unserem Kopf statt mit unserem Herzen 🙂


Zurück zu den Produkten im Füllgut-Laden. Ich hatte zwar schon einiges im Haushalt ersetzt, aber noch nicht alles. Shampoos hatte ich noch genug, trotzdem wollte ich nach einer Alternative schauen. Jasmin zeigte mir verschiedene Seifen, mit denen ich mich waschen kann, für Haare, Gesicht und Körper. Sie gab mir den Tipp, mir eine Seifentasche zu besorgen, wo ich meine Seifenstücke transportieren kann. Aber als sie mir erzählte, dass man, wenn man diese Seifentasche inkl. Seife nass macht auch als Peeling benutzten kann, war ich extrem begeistert!

Zero Waste ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch total platzsparend und praktisch!

COUOU


Auch die Klinge meiner Rasierhobel ist nach 3 Monaten (!!!) immer noch so scharf wie am ersten Tag (was ich von den Einwegrasierern nicht behaupten kann).


Ich bin fest davon überzeugt, dass wir anders leben könnten und auch sollten. Dieser egoistische Lebenstil, den viele vertreten und gut finden, schockiert mich. Aber nur für mich ist es ein Schock, sondern auch für meinen Körper. Schon vor Jahren merkte ich, dass mir bestimmt Kosmetikartikel oder Nahrungsmittel nicht gut getan haben und trotzdem habe habe ich sie konsumiert. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, dass mir das alles schaden könnte. Aber genau so war es… Ich bekam Ausschläge oder fühlte mich schlapp und müde. Und ab da wusste ich, dass ich meine Einstellung und meinen Konsumverhalten dringend ändern muss, mir UND der Natur zuliebe.


Was kann unser Land dafür tun?

  1. Zero Waste Bildung: schon in der Schule wichtig! -> Verhaltensänderung _> Entwicklung einer Zero Waste Kultur
  2. Stadt & Politik sollte mehr Zero Waste Strategien integrieren
  3. Abfallvermeidung ist oberste Priorität für eine nachhaltige Materialwirtschaft
  4. Die Wiederverwendung Mterialien hat zweite Priorität für Strategien zur Abfallvermeidung
  5. Recycling- und Sammeloptionen werden von Anwohnern und Unternehmen schon voll genutzt & sollten noch mehr genutzt werden
  6. Wirksame & effiziente Möglichkeiten zur Vermeidung und Wiederverwendung von Abfällen aus der Lebensmittel- und Bioabfallbranche
  7. Zero Waste und Recycling Marktentwicklung ist ein wesentlicher Bestandteil der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung

Was kann man selbst tun?

  • Vermeide Müll zu Hause, in der Arbeit und unterwegs
  • Sag nein zu Plastik jeglicher Art!
  • Trinke Leitungswasser aus wiederverwendbaren Flaschen
  • Kaufe keine Kosmetik mit Mikroplastik
  • Reduziere deinen Konsum, repariere und recycle/kompostiere (5 R’s)
  • Teile dein Wissen mit Freunden & Familie



Wir können also mit ganz wenig Aufwand schon sehr viel tun.
Meine Eltern brachten mir von klein auf bei Dinge zu reparieren, die kaputt gegangen sind und auch den Müll zu trennen. Auch am Bauernhof meiner Groß- und Urgroßeltern wurde kaputtes repariert und alles aufgebraucht oder anderweitig verwendet. Was nicht mehr zu flicken war, wurde gesammelt und irgendwann zur Werthof gebracht. Mittlerweile gibt es sogar schon in ein paar deutschen Städten Repair-Cafés, vielleicht gibt es die auch in deiner Stadt? Auf jeden Fall gibt es die wertvollen 5 R’s die auch das ganze Zero Waste Thema ganz gut umschreiben:



  1. refuse (ablehnen)
  2. reduce (reduzieren)
  3. reuse (wiederverwenden)
  4. recycle (zur Wertstoffsammlung geben)
  5. rot (kompostieren)


Ich habe dir hier eine allgemeine Liste mit 25 Tipps erstellt wie du Zero Waste in deinen Alltag integrieren kannst.
Ihr müsst nicht alles sofort umsetzen/ersetzen und ihr könnt das gerne in eurem Tempo machen! Mit nur ein paar Umstellungen kann jeder helfen etwas zu verändern und dieser Weg ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auf Dauer auch noch günstiger! Denn man kauft bewusster ein und ist nicht mehr so verschwenderisch.

  1. Trenne deinen Müll – Kunsttoffe – Papier – Restmüll
  2. „Bitte keine Werbung“-Schild am Briefkasten anbringen – Damit sparst du alleine über 30 kg Papier im Jahr!
  3. Zu Hause ausmisten: Was brauche ich? Was brauche ich nicht mehr? – Wegwerfen, Verkaufen oder verschenken. Lebensmittel und Kosmetik, z.B. Proben oder in Plastik verpackt, zuerst aufbrauchen)
  4. Umpacken: Ordnung hilft dir dabei, einen Überblick zu haben und nicht unnötig oder doppelt einzukaufen. Am besten nichts mehr kaufen, was in Plastik verpackt ist, notfalls aber Kunststoffverpackungen direkt nach dem Einkauf aussortieren und in die Behälter werfen, die bei den Eingängen zur Verfügung stehen. So sehen auch die Läden wieviel aussortiert wird und können handeln/Umdenken) Lebensmittel am besten in Gläser oder andere Behälter füllen (nächster Step: diese Gläser/Behälter am Markt oder in Unverpackt-Läden auffüllen! Was du nicht im Unverpackt-Laden bekommst, kannst du auch im Bio-Markt oder auf deinem Wochenmarkt ohne Plastikverpackung kaufen.)
  5. Naturprodukte (Bambus, Holz, Baumwolle) für Haushalt und Lebensmittel benutzen
  6. keine Plastiktüten mehr mitnehmen oder kaufen – Jutebeutel,
    Tragetaschen, Netze und Körbe in verschiedenen Größen besorgen
  7. To Go Becher anschaffen – keinen Müll mehr unterwegs produzieren
  8. Keine Plastikflaschen mehr einkaufen – stattdessen auf Glasflaschen umsteigen. Ich trinke immer aus der Leitung, denn das deutsche Leitungswasser kann man gefiltert trinken. Eine eigene To-Go-Glasflasche hilft dir unnötigen Müll zu vermeiden
  9. Naturschwämme oder selbstgemachte Baumwollpads statt Wattepads, Abschminktücher oder co. (funktioniert meiner Meinung nach sogar noch besser!)
  10. Putzbürsten, Baumwolltücher in verschiedenen Größen zum putzen und abtrocknen benutzen
  11. Bäckereien: Brottaschen oder Brotpapier selbst mitbringen
  12. Edelstahl Teebrüher/Teesieb zulegen (statt einfache Teebeutel)
  13. Tupperboxen / Lunchboxen aus Edelstahl oder Naturprodukte benutzen (Tupperboxen nehme ich immer noch zum aufbewahren von Lebensmittel und für den Kühlschrank her)
  14. Edelstahl Espressokocher / Kaffeemaschine mit Bohnen
  15. Seifen statt Shampooflaschen
  16. Strohhalme aus Edelstahl oder Bambus
  17. To Go Besteck (manchmal auch im Set bei Lunchboxen dabei)
  18. Rasierhobel anschaffen (Klinge hält bis zu 6 Monate und ist immer noch so scharf wie am ersten Tag!
  19. Für Frauen: Menstruationtasse oder waschbare Binden zulegen. Vor allem hier spart man sich unglaublich viel Geld!
  20. Die 5 R’s beachten: refuse – reduce- reuse – recycle – rot
  21. Do it yourself! – Haushaltsreiniger, Waschmittel und Co kannst du ganz leicht selber machen (Workshops/Tutorials)
  22. Second-Hand: Ob Kleidung, Bücher oder Möbelstücke, es muss nicht immer aus erster Hand sein!
  23. Du kannst auch elektronische Geräte mit Akkus benutzen, wie z.B. eine elektrische Zahnbürste oder Rasierer/Epilierer
  24. Essen nicht wegwerfen – Lass nicht zu, dass deine Lebensmittel kaputt gehen, versuche deine Mahlzeiten zu planen damit alles aufgebraucht wird.
  25. Praktische Apps benutzen – Ob Kleiderkreisel als Flohmarkt-App oder Ecosia, die für deine Suche Bäume platzt, es gibt viele tolle Programme die du nutzen kannst und damit auch noch etwas gutes tust!

Nächster Step wäre, sich bestimmte Fragen zu stellen:

Wie/Was kann ich selber herstellen?
Besuche Workshops oder schau dir Video-Tutorials an um dir Wissen anzueignen!

Was kann ich in der Natur finden/besorgen?
Kräuter und Beeren kannst du auch in der Natur pflücken – informiere dich welche du verzehren kannst. Und auch Deko kannst du selber machen – z.B. Steine oder Treibholz aufsuchen und bearbeiten.

I N T E R V I E W
M I T
J A S M I N
(Füllgut – Die Mehrwegerei / Regensburg)


Was hat dich in deinem Leben dazu bewegt umzudenken und diesen Laden zu eröffnen?
Ich habe aufgrund meiner Magendarmprobleme Schritt für Schritt alles selbst gemacht… nach Brot, Butter & Co, dann auch irgendwann Kosmetik und Putzmittel und mir wurde plötzlich bewusst, dass ich so, super viel Verpackungsmüll sparen kann. Nach Workshops mit Freundinnen habe ich bei der VHS meinen ersten richtigen Kurs und irgendwann habe ich die vorherigen Füllgutbesitzer bei einem gemeinsamen Workshop kennen gelernt und als ich hörte, dass sie den Laden schließen wollten, habe ich es einfach ausprobiert.


Ihr bietet sogar Workshops an. Was kann man dabei lernen und für wann wären die nächsten geplant?
Ja genau, das ist ja eigentlich mein Steckenpferd, daher mache ich diese weiterhin. Es gibt verschiedene Themen, wie Putzmittel, Bad/ Kosmetik, Zuckerfrei, Top 5 (gemischter Kurs). Die nächsten folgen im April, dann wird bis Juli Pause sein, da wir den anderen Laden eröffnen und eine kurze Sommerpause einlegen.


Was wünscht du dir für die Zukunft?
Dass Unverpackt und Bio einfach normal wird. Eigentlich bin ich der Meinung, dass bei nicht Bio -mit Chemie gespritzt- drauf stehen müsste. Die Leute sollen einfach wieder ein richtiges Gefühl für die guten Dinge bekommen und wir sollten gemeinsam die Welt verändern, bevor es vll doch zu spät ist…


Hast du Tipps für Einsteiger?
Ja einfach mit etwas anfangen und nur langsam nach und nach umstellen. Nicht zu viel Druck machen, nach dem Motto „Nobody is perfect“, dann macht es gleich viel mehr Spaß und denn sollte man auch bei Unverpackt nicht verlieren 😉 Einfach nur bewusst durchs Leben zu gehen und bewusst Verpackung ablehnen. Vorbereitung ist in dem Bereich eigentlich das wichtigste… also einfach in jede Tasche ein paar Beutel und eine Flasche bzw. Kaffeebecher… und schon kann man wirklich viel verändern J also lasst uns die Welt ein klein wenig verändern… wenn jeder nur ein bisschen was tut, können wir gemeinsam super viel bewegen.


Füllgut – Die Mehrwegerei
Obere Bachgasse 18, 93047 Regensburg
https://www.facebook.com/fuellgut/

Ich hoffe dir hat dieser Beitrag gefallen und dir Fragen rund um das Thema Zero Waste beantwortet. Du kannst mir über Instagram, Facebook oder auch auf Youtube deine Gedanken zu diesem Thema mitteilen. Und natürlich darfst du auch meinen Podcast gerne bei deinen Freunden oder deiner Familie weiterempfehlen! Falls du doch Fragen haben solltest, kannst du mir eine E-Mail an info@coucousgoodvibes.de schicken.

MINDSTYLE

Vertrauen – Alles fängt im Kopf an

20. Dezember 2016

Vertrauen ist die Basis, mach kann sie nicht erzwingen. Ohne Vertrauen würden wir keine Entscheidungen treffen oder handeln können. Unsere spontanen Emotionen entscheiden, ob wir jemandem vertrauen oder nicht. Aber trotzdem benötigt jeder Mensch Vertrauen, in sich, in andere, in die Welt.

ALLES FÄNGT IM KOPF AN

Angst, zu vertrauen, entsteht in unserem Kopf. Um diese Angst zu überwinden, müssen wir an unsere Gedanken ansetzen und neue Wege gehen. Klar, wir haben viele Ängste, die uns in unserem Leben begleiten: Angst vor engen Bindungen, Versagensangst, Angst vor Nähe, es gibt einige Ängste die der Mensch hat. Ich habe schon viele Menschen erlebt, die Angst hatten sich auf einen Partner einzulassen, eine neue Freundschaft zu schließen oder einen neuen Weg zu gehen.
Stattdessen wenden sich viele lieber durch Arroganz, Ignoranz oder Sarkasmus ab um ja nicht verletzt zu werden. Wir haben so viel Angst zu versagen, dass wir lieber ganz auf einen Menschen oder ein neues Lebensereignis verzichten. Aber ist es das wirklich wert? Wäre es nicht viel besser noch mehr auszuprobieren um positive Erfahrungen zu sammeln?

WORAUS BESTEHT VERTRAUEN?

Vertrauen besteht aus den eigenen Erfahrungen und Gefühlen zu einer bestimmten Person oder Situation. Machen wir also eine negative Erfahrung speichern wir diese und rufen sie wieder ab sobald etwas ähnliches entsteht. Gefühle und Emotionen werden sofort hervorgerufen und man baut sich ein imaginäres Schutzschild auf.
Wir Menschen erinnern uns leider viel mehr an die negativen Erlebnisse als an die positiven. Würden wir uns öfter an die positiven Dinge erinnern, wären wir viel mutiger und selbstbewusster. Wir würden nicht mehr so ängstlich an bestimmte Situationen herangehen und würden uns einfach in das nächste Abenteuer stürzen. Doch warum ist das so? Warum bleiben die negativen Erfahrungen im Kopf und die positiven geraten plötzlich in Vergessenheit?
Ist es die Angst, wieder verletzt oder enttäuscht zu werden?

„DAS WERDE ICH NIE VERGESSEN!“

…das denken wir uns oft! Aber viel öfter, wenn es sich um schockierende Erlebnisse aus dem eigenen Leben, oder auch der Welt, handelt. Wer wir sind, was wir fühlen, bestimmt das Archiv unserer Erinnerungen. Unser Gehirn speichert diese Emotionen ab und kann sie jederzeit wieder hervorrufen. Das geht natürlich auch mit den positiven Erfahrungen, allerdings regen wir uns logischerweise über die negativen Dinge auf, gehen sie x-Mal in unserem Kopf durch und speichern es dann als eine große, schlechte Erfahrung ab, auch wenn sie doch so klitzeklein war.

VERTRAUEN MUSS MAN LERNEN,
VERTRAUEN BRAUCHT ZEIT.

Schon als Kind wird uns beigebracht Vertrauen zu lernen. Wir ernten positive als auch negative Erfahrungen die uns zu dem Menschen machen der wir heute sind.
„Fass den Herd nicht an, sonst verbrennst du dich!“
„Lass dich in meine Arme fallen, ich fange dich auf!“

Geborgenheit, Trost und Ermutigung helfen uns dabei Vertrauen aufzubauen. Es ist die Grundlage für unser Vertrauen und in andere.
Umgekehrt führen verletzende Kritik, Vernachlässigung oder gar Ignoranz dazu bei, dass wir uns abwenden und an uns selbst zweifeln.
Alles, was wir seit unserem Kindesalter erlebt haben, sei es das erste Kribbeln im Bauch, die erste Aufregung vor einer Prüfung oder die erste große Entscheidung, die sich dann als leichtsinniger Fehler entpuppt hat, auf all das greifen wir in unserem späteren Leben zurück.
Manchmal verändern sich die Erfahrungen durch neue Menschen, durch die eigene Reife, einen Ortswechsel, einer neuen Lebenseinstellung und und und. Veränderungen können zwar Angst machen, geben einem aber die Chance neue und positive Erfahrungen zu sammeln. Wer sich also komplett verschließt, kann auch keine positiven Erfahrungen dazugewinnen.

DIE WELT MIT KINDERAUGEN SEHEN

Neugierig sein. Viel mehr Lachen. Manchmal wünscht man sich, wieder Kind zu sein.
Sich von all den Erwartungen loszulösen und einfach das zu tun, was man möchte.
Sich zwar mal die Finger verbrennen, aber danach zu wissen: Hätte ich diese Erfahrung nicht gemacht, wäre ich nicht da wo ich jetzt bin.
Aber geht das noch als Erwachsener? Natürlich können und dürfen wir nicht alles stehen und liegen lassen, haben große Verantwortung und Pflichten die uns in unserem Alltag begleiten.
Wir wissen, dass man immer freundlich und respektvoll gegenüber anderen Menschen sein sollte. Wir wissen, dass man Menschen nicht verletzt und doch tun es so viele.
Indem sie nicht nachdenken oder indem sie sich selbst schützen wollen und alles andere ausblenden und dabei vergessen.
Aber hey, wir sind „nur“ Menschen.
Es ist okay Gefühle und Emotionen zu haben, genau das macht uns Menschen doch aus, oder nicht?
Ohne unser Mitgefühl würden all die guten Taten auf dieser Welt verschwinden und wir gleich mit. Natürlich können wir, wie Kinder, alles sagen was wir denken, es kommt doch nur darauf an WIE wir es sagen. Welchen Tonfall benutzten wir, was fühlen wir dabei, wie stehen wir der Person gegenüber? Und was hat man schon davon, wenn man Bedenken hat, es aber nicht ausspricht und diese Gedanken dann anfangen einen von innen aufzufressen?

VIELE MENSCHEN HABEN ES VERLERNT EHRLICH ZU SEIN

Facebook, Instagram, Youtube, Twitter und Co. Sogar die Medien lügen und machen Panik.
Wir werden immer wieder ausgetrickst in der Hoffnung, dass wir das nicht als eine Lüge erkennen. Leider klappt das in unserer heutigen trivialen Gesellschaft ganz gut. Menschen glauben das, was sie sehen, und können sich nicht mehr hineindenken oder hineinführen. Vielleicht sind sie aber auch zu faul geworden.
Ich weiß, dass auch im Supermarkt das „Essen“, das angeboten wird, teilweise eine einzige Lüge ist, trotzdem muss ich mich damit abfinden, dass Essen nicht gleich richtiges Essen ist. Meine Urgroßeltern und meine Großeltern hatten schon einen großen Bauernhof und ich weiß, Gott sei Dank, wie ECHTE Tomaten und Gurken schmecken und wo im Handel nachgeholfen wurde. Ich bin trotzdem immer noch die Herrscherin über meine eigenen Entscheidungen und bin froh, in einem Land wie Deutschland leben zu dürfen, wo ich selbst entscheiden kann und noch einigermaßen die Freiheit zum Leben besitze, auch wenn ich mich manchmal über Gesetze oder Verpflichtungen aufregen könnte. Trotzdem bringt es mir das nichts, außer, dass ich mich unnötig aufrege. Und das sind keine positive Gedanken…

HÖR AUF DEIN BAUCHGEFÜHL!

Im Alltag erwische ich immer wieder Menschen beim lügen, auch wenn es nur kleine Notlügen sind, die ich innerlich belächle und nichts dazu sage, meine Intuition hilft mir dabei ganz gut zu entscheiden ob ich einem Menschen vertrauen kann oder nicht. Wir dürfen aber auch nicht alles persönlich nehmen, die Welt dreht sich schließlich nicht um uns. Menschen lügen, jeden Tag, um sich besser darzustellen oder um Fehler zu vertuschen. Niemand ist perfekt! Fehler machen ist menschlich und auch okay, solange man daraus lernt!
Manchmal gibt es dieses ganz bestimmte Gefühl, das sich wie ein Stich in meinem Bauch ausbreitet und ich mich dadurch unwohl fühle. Dann weiß ich ganz genau: das ist falsch! Oder mein Gewissen trägt dazu bei, dass ich Dinge tu, die ich in dem Augenblick gar nicht von mir erwartet hätte, was sich dann aber oft als was richtiges herausstellt und es mich glücklich macht zu sehen, wie ich anderen helfen konnte.
Reflex, Bauchgefühl, Intuition, nenne es wie du willst – hör einfach darauf! Ich lag bisher sehr selten falsch und mein Bachgefühl hilft mir dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen 🙂

Ich habe viele negativen Erfahrungen in meinem Leben gemacht, aber dafür habe ich auch wunderschöne Erinnerungen gesammelt. Zwar haben mich viele „Freunde“ belogen und die Männer, die ich hatte, auch noch dazu betrogen, aber hätte ich diese Erfahrungen nicht gemacht, hätte sich vieles in meinem Leben nicht entwickelt, sei es eine neue Freundschaft oder eine neue Beziehung die ich eingegangen bin. Auch wenn ich immer wieder von anderen Menschen enttäuscht oder verletzt werde, ich gebe die Hoffnung an die große Liebe und an das Gute in den Menschen nicht auf. Manchmal, wenn ich das Gefühl habe, dass zu viele Menschen in meinem Umfeld „durchdrehen“ sehe ich mir sogar schöne oder lustige Videos an. Videos voller Freude, Menschen die anderen helfen oder die niedliche kleine Tierwelt um mich abzulenken. Oder ich realisiere durch Dokumentationen im Fernsehen, dass es andere viel schlechter haben als ich. Hunger, Krieg, Macht, Lügen, Tod. All das wünsche ich einfach keinem Wesen auf dieser Erde.
Anfangs dachte ich, dass die Erfahrungen, die ich jeden Tag sammle, nichts mit meiner Denkweise zu tun haben, aber da lag ich definitiv falsch. Die eigene Denkweise kann man „umstellen“, wir können aus negativen Erfahrungen positive machen, indem wir die Situation aus einer eigenen, oder ganz anderen, Perspektive betrachten. Denn aus jeder negativen Erfahrung entsteht etwas neues, ohne das wir es überhaupt realisieren oder wahrnehmen.

VERTRAUEN IST IMMER AUSDRUCK VON INNERER STÄRKE

Ja… mein Vertrauen wurde schon wirklich oft missbraucht. Und trotzdem werde ich nicht aufgeben, auch wenn es manchmal völlig okay ist sich etwas hängen zu lassen, traurig und für sich zu sein. Wir müssen lernen mit Enttäuschungen umzugehen. Wir haben immer noch unsere Familie und die engsten Freunde, die uns dann wieder in den Hintern treten und sagen: „So, jetzt ist Schluss damit!“ – Aber auch du selbst kannst dieser Mensch sein!
Wir sollten viel mehr FÜHLEN statt DENKEN. Aber das wird uns erst im Laufe der Jahre bewusst, erst nachdem uns immer eingeredet wird, dass wir zuerst denken sollen.
Das Risiko, enttäuscht zu werden, ist also immer vorhanden, aber die Chance, dass unser Vertrauen belohnt wird, ebenso.

WIR LERNE ICH JEMANDEM ZU VERTRAUEN?

Je weniger wir uns für liebenswert halten, umso empfindlicher und anfälliger sind wir für Kränkungen oder Verletzungen. Misstrauen zerfrisst unsere Seele und macht uns klein und einsam.
Es wird immer Menschen geben, die etwas schlechtes über dich sagen werden, weil sie neidisch oder missgünstig sind. Aber je mehr du dich selbst akzeptierst desto mehr Selbstvertrauen bekommst du. Und wenn du diese Stärke auch noch zeigst, kann dir keiner mehr etwas antun.

Du kennst dich am besten, sei der Mensch, der du schon immer sein wolltest!
Lob dich manchmal selbst, wenn es sonst kein anderer tut!
Gib anderen das Gefühl von Nähe, Liebe, Geborgenheit und Verständnis!
Mit ein bisschen Zeit wird alles zurückkommen. Auch das Vertrauen. Habt nur Mut! 🙂