Life- und Mindstyle

Weihnachten – Eine Zeit zum Nachdenken

27. Dezember 2016

Weihnachten ist jedes Jahr. Aber was wären wir nur ohne Weihnachten? Würdet ihr eure Familie seltener besuchen? Wärst du überhaupt der selbe Mensch?

Familie, Zusammenhalt und Menschlichkeit, all diese Themen gingen mir durch den Kopf.
Für mich war Weihnachten als Kind immer etwas besonderes, aber im Laufe der Jahre war es einfach nur ein jährliches Fest, das viele Familien wieder zusammenbrachte.

FÜR MICH IST DIE FAMILIE DAS ALLERWICHTIGSTE.

Für mich ist jede Woche Weihnachten, denn ich bemühe mich meine Eltern und meinen Bruder jede Woche zu besuchen. Jede verpasste Woche macht mir ein schlechtes Gewissen, denn ich weiß, was es heißt, einen Menschen zu verlieren und wie schnell die Zeit vorbei sein kann.
Jedoch fällt mir jedes Jahr immer stärker auf, dass viele Menschen es gar nicht zu schätzen wissen, dass sie eine Familie überhaupt haben. Es geht nur um Geschenke, ein kurzes Familientreffen, das sie auf ihrer TO-DO-Liste abhaken können. Es geht ihnen nicht mehr darum, dankbar zu sein überhaupt eine Familie zu haben. Im Laufe der Monate streiten sich viele Menschen um Kleinigkeiten, es raubt ihnen zwar die Kraft, aber sie sind trotzdem so voller Wut und Unzufriedenheit, dass sie das Schöne damit unnötig zerstören.

DIE MODERNE GESELLSCHAFT MUSS WIEDER ANFANGEN DANKBAR ZU SEIN

Vor allem in unserer heutigen Zeit macht es mich fassungslos. Menschen, die alles in ihrem Leben haben, ärgern sich über Flüchtlinge die Schutz vor Krieg suchen. „Sie bekommen alles was sie wollen und wir müssen dafür schuften!“ höre ich von allen Seiten. Wenn ich diese hasserfüllten Menschen darauf anspreche und sie frage, ob sie mit ihnen tauschen würden und teilweise traumarisiert und voller Angst Schutz suchen würden, dann verschlägt es ihnen plötzlich die Sprache und sie werden laut, ganz laut. Sie finden die richtigen Worte nicht, sie haben einfach den Drang zu meckern und zu hetzen. So viel Wut, so viel Hass, anstatt einfach mal für das dankbar zu sein was man hat…

„Eine Familie und ein Dach über dem Kopf zu haben ist nicht selbstverständlich.
Ich kann mich wirklich glücklich schätzen….“

Letztes, wie auch dieses Jahr, habe ich Menschen kennengelernt, die mit ihren Eltern so zerstritten waren, dass es mir richtig das Herz zerrissen hat. Wozu das ganze, ist es das Wert? Wie kann man etwas, was so wichtig und besonders ist, so wegwerfen oder nicht beachten? Ich bin meinen Eltern für alles dankbar, auch wenn ich es als Kind nicht gerade leicht hatte und sehr streng erzogen worden bin. Dazu kam noch, dass ich jeden Sonntag bis zu meinem 16ten Lebensalter gezwungen wurde in die Kirche zu gehen. Ja, ich fand es schon damals richtig ätzend, denn mir gab die Kirche nichts. Absolut gar nichts. Im Religionsunterricht bombardierte ich den Pfarrer oder den Lehrer mit Fragen. „Wenn Adam und Eva die ersten Menschen waren, dann waren sie also Affen? Kamen sie aus Afrika? Warum wurden sie damals so alt? Wir sind doch nicht die einzigen Wesen in diesem Universum, warum erfährt man nichts über die anderen?“ Keiner konnte mir meine zahlreichen Fragen beantworten und in meinem Kopf kamen immer wieder neue dazu. Ich sah ein, dass die Kirche mehr Schein als Sein ist, dass sie mir nichts geben kann was ich brauche und doch wurde ich in diese Religion hineingeboren. Dieses Jahr bin ich aus der Kirche ausgetreten, ich hatte all die Lügen satt. All die Bücher, die im Vatikan für die Menschheit verschlossen bleiben, all das Leid auf dieser Welt, all dieses Gold in den Kirchen. Für mich passte all das nicht zusammen. Ich fühlte mich sehr unwohl. Ich wollte so gerne helfen aber ich konnte nicht mehr machen. Ein paar Jahre arbeitete ich für den Kinder- und Jugendschutzbund und half Kindern und Jugendlichen bei ihren Problemen. Kinder liegen mir sehr am Herzen, viele können für ihr Leid nichts, für ihre Krankheit nichts, für Krieg nichts. Und kaum jemand tut was. „Uns fehlt das Geld“, sagte die Kirche. Wie wäre es, wenn ihr auf Reichtum und Gold verzichtet und den Menschen endlich hilft? Auch ein Pfarrer, an den ich mich erinnern kann, nahm das Geld der Kollekte und kaufte sich eine neue Stereoanlage. Ich war schon als Kind schockiert. Das ist nicht meine Religion, ich fühle mich unwohl. Das bin nicht ich. Aus diesem Grund stieg ich aus, ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht. Denn ich wollte helfen, aber ich wusste nicht wie.

ICH MÖCHTE HELFEN

Ich entschied mich dieses Jahr endlich für zwei Hilfsorganisationen um Kinder in Not und unsere wunderschöne Natur zu schützen. Ich will nicht mehr wegsehen und ich kann es auch nicht mehr. Es macht mich traurig zu sehen, wie die Menschheit immer oberflächlicher und fauler wird, Geld und Macht zu haben wird für sie immer wichtiger, alles andere wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Sie zerstören sich… Manchmal schäme ich mich wirklich ein Mensch zu sein, weil ich es nicht fassen kann wie man mit so einem schlechten Herz überhaupt noch ruhig schlafen kann.
Kinder, die im Krieg aufgewachsen sind und NICHTS haben, die sich nichts sehnlicher wünschen als einen ganz normalen Tag wie wir zu erleben. Kinder, die krank sind und nicht nicht an medizinische Hilfe kommen, Kinder, deren Familien getötet wurden.
Müssen wir uns so zerstören? Müssen Menschen dann auch noch gegen diese Menschen hetzen?
Das ist nicht fair. Und solange jemand das nicht realisiert hat sollte man lieber still halten… Es ist verschwendete Kraft sich über Dinge aufzuregen die man nicht ändern kann und man sollte vor allem diesbezüglich vorsichtig sein, denn Karma schlägt immer zurück. Wir sehen, wer Hilfe braucht und wer es nur ausnutzt. Und viele Menschen brauchen wirklich Hilfe.

Auch ich hatte viele dieser Menschen in meinem Umfeld.
Gut, dass ich begriff was wirklich wichtig ist und dass ich nicht den selben Fehler machen möchte. Früher habe ich mir vieles gefallen gelassen, weil ich mich nicht getraut habe etwas zu sagen, ich bin Konflikten aus dem Weg gegangen. Aber heute ist es anders.

DU KANNST ALLES SAGEN, ES KOMMT NUR DARAUF AN WIE DU ES SAGST.

Seid mutiger. Traut euch zu helfen, wenn jemand Hilfe braucht. Greift ein, gibt anderen Schutz!

Es gibt eine polnische Tradition, die mich jedes Jahr sehr sentimental werden lässt.
Wir stellen noch einen zusätzlichen Teller an Heiligabend hin. Dieser ist für eine fremde Person, die vielleicht an Heiligabend keine Familie oder ein Dach über den Kopf hat.
Jeder von uns hatte schon einmal eine Phase im Leben, wo es drunter und drüber lief. Wo wir nicht wussten, wie es danach für uns weitergehen wird. Und wir waren auch dankbar und glücklich waren, wenn uns jemand geholfen hat.

SEI DER MENSCH DER DU GERNE WÄRST

Ich würde gerne…Hätte ich doch… Hätte, hätte, Fahradkette. Tu es einfach!
Frag dich nicht nur an Weihnachten:
Was bin ich? Was kann ich (tun)? Wem kann ich helfen? Frag es dich jeden Tag.
Sei dankbar für das, was du hast, denn es ist nicht selbstverständlich!
Redet mehr über eure Träume, nicht über eure Ängste!
Liebt mehr, Hass hat hier keinen Platz um glücklich zu werden.
Haltet zusammen und hilft anderen, die sich alleine nicht helfen können!
Werdet euch doch bitte endlich bewusst, wie gut ihr es habt und was ihr für wundervolle Wesen seid…

… Was bedeutet Weihnachten für euch? Macht es euch auch nachdenklich oder sentimental?
Habt ihr Bräuche, die die Menschlichkeit hervorheben? Was ist euch wichtig und wovon träumt ihr? Gerne könnt ihr mir einen Kommentar hinerlassen oder mir eine private Nachricht schicken.

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